¡Viva Colombia!

Nach unserem gecancelten Flug und einer weiteren Nacht in Cusco sind wir dann am 26. November endlich in Richtung Lima gestartet. Von Lima aus ging es nach einem kurzen Stopp weiter in die 3-Millionen-Stadt Medellín in Kolumbien, leider in einer für Flugangstpassagiere ungeeigneten Maschine. Drei Stunden ging es in der Embraer 190-Maschine, in der ca. 100 Personen Platz finden, ziemlich wacklig zu. Und schon direkt nach der Landung konnten wir einen Unterschied zwischen Peru und Kolumbien erkennen: War es in Peru teilweise trocken und karg, ist uns sofort die grüne Landschaft und das feuchte Klima aufgefallen.

Eine Embraer 190
Samira auf Platzsuche

In Medellín waren wir im Ausgehviertel El Poblado untergebracht. Hier gibt es neben unzähligen Restaurants, viele Bars und Clubs. Das Hostel Lleras Calle 8 können wir aufgrund der unfreundlichen Rezeption und der nächtlichen Lautstärke nicht weiterempfehlen. Die ersten zwei Tage, noch geschwächt von der Typhus-Erkrankung und den Flugumständen, verließen wir das Viertel nicht.

El Poblado bei Nacht
Natur und Hochhäuser im Stadtteil El Poblado

Am dritten Tag wagten wir uns raus in die Stadt und besuchten die Comuna am anderen Ende der Stadt und die Innenstadt. Seit ein paar Jahren sind die Armenviertel mit einer Seilbahn an das öffentliche Transportsystem angeschlossen. So konnten wir uns aus der sicheren Höhe einen Einblick in das wahre Leben des Großteils der Kolumbianer verschaffen. Leider war der letzte Abschnitt zum Parque Arví geschlossen, sodass wir unseren eigentlichen Plan, einen Baum zu pflanzen, streichen mussten. Im Parque Arví kann man nämlich seinen eigenen Baum Pflanzen und ihm dann per Video, beim Wachsen zusehen. Also ging es per Bahn in die Innenstadt, die wir nach zwanzig Minuten fluchtartig wieder verließen. Es war laut, chaotisch, warm und wir fühlten uns tatsächlich so unsicher, dass wir die Kamera nur für ein einziges Foto aus dem Rucksack holten. Viel gab es aber auch nicht zu fotografieren, wenn wir ehrlich sind. Vielleicht lag es an unserem gesundheitlichen Zustand oder einfach an der Tatsache, dass wir „stadtmüde“ waren, auf jeden Fall hat uns Medellín nicht wirklich gefallen. War Medellín in den 80er- und 90er-Jahren noch als Drogenhaupstadt (Medellín-Kartell um Pablo Escobar) und mit 381 Morden auf 100.000 Einwohner als Mordhauptstadt der Welt bekannt, kürte das Wall Street Journal sie 2013 zur innovativsten Stadt der Welt. Manchmal sagt einem das Bauchgefühl eben etwas anderes, als das Wall Street Journal oder das auswärtige Amt.

Metrocable in Medellín
Großes Getümmel in der Innenstadt

Kolumbien ist neben Drogen, vor allem aber für den leckeren Kaffee bekannt. Wo kann man sich das Prozedere und die Herkunft des Kaffees also besser erklären lassen als auf einer Kaffeefarm in Kolumbien? Wir entflohen dem Großstadtdschungel und buchten uns in der Hacienda Venecia ein. Die ca. 20 Minuten von Manizales entfernte Farm wurde uns von einer Niederländerin empfohlen, die wir in Peru getroffen hatten. So läuft das übrigens oft ab. Man unterhält sich mit Menschen, die man unterwegs trifft und plant deren positive Erfahrungen ein und/oder schließt deren negative Eindrücke aus der Travelliste aus. Von der Hacienda waren wir begeistert. Wir verbrachten die Nacht in völliger Abgeschiedenheit im Hostel der Kaffeefarm. Wer es etwas bequemer mag und mehr Budget zur Verfügung hat, kann auch im Gäste- oder Haupthaus übernachten. 

Das wunderschöne Haupthaus der Hacienda Venecia

Egal wo man auf dem 200 Hektar großen Gelände übernachtet, die tolle Kaffeeführung ist ein Muss. Nach der Einführung in die Geschichte des Kaffees, ging es durch die Kaffeefelder zur Fabrik, in der die Bohnen gelöst und gewaschen werden. Am Ende konnten wir den Kaffee in verschiedenen Röststufen probieren.

Die Weltkarte des Kaffees
Von der Kaffeekirsche bis zur gerösteten Bohne
Kaffeepflanzen so weit das Auge reicht

Kaffeesäcke warten auf ihre Verwendung
Getrocknete Kaffeebohnen

Kaffeebohnen in verschiedenen Röststufen
Die Gruppe beim „Düfte erraten“

Auf der Hacienda gab es auch selbstgemachte Schokolade

Nicht willkommene Untermieter

Aufgrund mehrere Begegnungen mit diesen, besonders bei Samira, unbeliebten Tieren, wurden aus den drei Nächten nur eine Nacht und wir beschlossen weiterzuziehen. Uns wurde von vielen Reisenden das Dorf Salento empfohlen. Salento ist ein kleines Örtchen, dass bei Backpackern sehr beliebt ist. Neben unzähligen Restaurants (auf keinen Fall das mega gute Essen im Brunch verpassen!!!), Kaffeetouren, Wildwasser-Rafting und langen Austritten, ist die Gegend vor allem durch das Tal Valle de Cocora bekannt. Hier wächst die höchste Palmenart der Welt, die Wachspalme. Die dünnen Palmen wachsen ausschließlich in den Höhenlagen zwischen 2000 bis 3000 Metern und werden bis zu 60 Meter hoch. Der Weg führt über viele wackelige Brücken durch den Dschungel und an einer Kolibri-Farm vorbei. 

Ein Kaffee im Jesús Martín

Unfassbar leckeres Essen im Brunch
Wandern durch den Dschungel

Das Valle de Cocora mit unzähligen Wachspalmen

Nach drei überwiegend regnerischen, aber aufgrund vieler Begegnungen sehr netten Tagen, ging es von Pereira aus zum Sonne tanken in die Karibik. Endlich!!! 

Fazit: Der Start in Kolumbien war holprig, aber mit jedem Tag fühlen wir uns wohler im neuen Land. Die Kaffeefarm, die Mitarbeiter, der Kaffee und der Kakao waren eine tolle Erfahrung. Es gibt hier viel zu entdecken, die Menschen sind freundlich und hilfsbereit, die Natur ist einzigartig. Für uns heißt es die nächsten Wochen „Viva Colombia“. Wir sind gespannt, was das bedeutet.


6 Gedanken zu “¡Viva Colombia!

  1. Hurra, diesmal sind wir die ersten. Wieder ein toller Bericht mit tollen Erlebnissen und Bildern. Mein Freund Heinz Schneider aus Sankt Augustdorf findet eure Reisebericht auch super. Habt noch eine schöne Zeit. Wir freuen uns auf den 17. März. Liebe Grüße Monika & Bernhard

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  2. Bei bei der Spinne hätte ich auch das Weite gesucht 😂

    Viel Spaß noch und viele Grüße aus dem verschneiten und kalten Landshut! Morgen sollen es -15 Grad werden 😳🙈

    Küsse

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo ihr beiden, wieder mal eine sehr bleibende Erinnerung.
    Zur Info: die Hacienda Venecia ist ca. 200 Hektar groß und beherbergt etwa 1.300.000 Kaffeepflanzen 😄

    Gefällt 1 Person

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