Ein Stückchen Karibik

Von Salento aus ging es für uns das erste Mal in unserem Leben in die Karibik. Aufgrund der super günstigen Viva Colombia Flüge (insgesamt ca. 100 Euro p. P.) bot sich ein Abstecher nach San Andrés an. Fast 800 Kilometer von Kolumbien aber nur 190 Kilometer von Nicaragua entfernt, liegt die 12 Kilometer lange und 3 Kilometer breite Insel und zählt knapp 72.000 Einwohner. Ziemlich viel für so eine kleine Insel. 

Quelle: Google Maps

Selbst Kolumbianer des Festlandes dürfen hier nur maximal 30 Tage verbringen, dafür sorgt eine Touristen-Karte, die man bei der Ein- und Ausreise vorzeigen muss. Hierdurch versucht die Regierung die Population der Insel zu regulieren. Auf San Andrés gibt es eine große Straße, mit der man die Insel in ca. 40 Minuten mit einem Roller oder Golfauto umrunden kann. Die Westküste der Insel ist sehr steinig, der Meeresboden fällt schon nach wenigen Metern enorm ab. Diese Seite ist vor allem für Taucher und Schnorchler geeignet. Weiße mit Palmen gesäumte Sandstrände findet man im Norden und auf der Ostseite. Gerade hier ist der Kontrast zum Wasser beeindruckend. Ein Wasser, das türkiser gar nicht sein könnte. In solchen Farben haben wir das Meer noch nie gesehen. Nicht umsonst ist die Insel für das Meer mit seinen sieben verschiedenen Farben bekannt.

Wir übernachteten im Tropical Coral, ein familienbetriebenes Hostel. Die Mama, die erste Stimme im Kirchenchor, wie uns Ricardo, der Sohn, stolz berichtete, kümmert sich mit Ricardo um das Wohl der Gäste. Dabei spricht sie kein englisch, wies uns jedoch beim Eintreffen in alles ein. Wir verstanden wenig bis nichts, trotzdem war es super süß. Ricardo nahm sich am nächsten Tag viel Zeit, um uns in die Do’s und Dont’s der Insel einzuführen, vor allem in das erste Gebot: In der Karibik geht alles etwas langsamer zu und das stört hier auch keinen.

Unsere herzlichen Gastgeber im Tropical Coral

Für uns stand auf San Andrés das Tauchen im Vordergrund. Es gibt viele Anbieter, aber nur einer hat uns direkt überzeugt, Christian mit seiner Tauchschule Karibik Divers. Neben der topgepflegten Ausrüstung (Wetsuit, Tauchschuhe, Flossen und Tauchcomputer) ist uns vor allem die familiäre Atmosphäre in Erinnerung geblieben. Vor jedem Tauchgang wurden wir ausführlich über den anstehenden Tauchgang gebrieft, unter Wasser fühlten wir uns jeder Zeit gut aufgehoben und aufgrund von mehreren Gruppen konnten wir so lange tauchen, wie wir Luft hatten. Zwischen den Tauchgängen gab es Getränke und Snacks, die im Preis enthalten waren. Das absolute Highlight war der Nachttauchgang. Mit einer Taschenlampe ging es nach dem Sonnenuntergang ins Wasser und es fühlte sich ein wenig wie eine Spezialeinheit auf geheimer Mission an. Doch wir kidnappten keine Bösewichte, sondern begutachteten die nachtaktive Unterwasserwelt. Neben unzähligen Hummern und einem Oktopus, haben wir endlich eine Schildkröte sehen können, die erste in unserer Tauchkarriere.

Auf so einer langen, intensiven Reise mit unzähligen Eindrücken ist es wichtig sich von Zeit zu Zeit eine Auszeit zu nehmen. Wo könnte das besser möglich sein als auf einer Insel, die keine Sehenswürdigkeiten hat, auf der man noch ohne Helm Roller fährt (ja Oma, klar sind wir ganz langsam gefahren) und dabei die Polizei winkend überholt? Wenn wir nicht tauchten, bestanden unsere sieben Tage auf der Insel aus Cocktail trinken, lesen, schlafen, baden und schnorcheln. Letzteres nur bis zu einem unglücklichen Vorfall, bei dem wir ein wichtiges Mitglied unserer Reise verloren – Sebastians Handy. Aufgrund von Sicherheitsproblemen auf der Insel soll man sehr vorsichtig mit seinen Wertgegenständen sein. Wir nahmen diese Warnung sehr ernst und wollten die wichtigen Dinge lieber nicht im diebstahlunsicheren Rollerschließfach lassen. Also packten wir Geld, Schlüssel und Handy in die wasserdichte Hülle, die schon mehrere Male einen zuverlässigen Dienst erwiesen hat. Dieses Mal leider nicht. Das relativ neue Handy ist futsch, aufgrund eines Kurzschlusses und oxidierten Kontakten. Sch****! Wahrscheinlich wäre es im Roller doch sicherer gewesen. Die Techniker haben keine Hoffnung mehr, trotzdem können wir uns nicht von dem Gerät trennen und hoffen täglich auf das Wunder der Wiederauferstehung.

Straßenfußball war gestern
Die Strandpromenade
Der Hauptstrand auf San Andrés
Einkaufen mit Ausblick
Der beste Coco Loco der Insel im The Islander
Am besten können wir Nichts tun
Karibikfeeling, leider ein bisschen bewölkt
Die Rollergang

Fazit: San Andrés ist mit Sicherheit nicht die schönste Karibikinsel, aber von Kolumbien aus sehr einfach und günstig erreichbar. Die kleine Nachbarinsel Providencia, die mit Flugzeug oder Boot von San Andrés angesteuert werden kann, soll noch etwas ursprünglicher und weniger touristisch sein. Nächstes Mal dann. Vor Ort ist das Inselleben relativ teuer und wenig vielseitig. Wir haben uns ziemlich sicher gefühlt, obwohl, gerade in der Hauptsaison, oft von Diebstählen berichtet wird. Generell sieht man bei der Inselumrundung auch unschöne, sehr arme Ecken, Häuser, die zusammengefallen sind und Menschen, die sich von den Drogen runter ziehen lassen. Alles in allem aber kein Grund, die Insel nicht zu besuchen. Von Deutschland aus gibt es aber bestimmt Karibikziele, die einfacher zu erreichen sind.


10 Gedanken zu “Ein Stückchen Karibik

  1. Das nenne ich mal dekadent: während des Urlaubs sagen wir brauchen mal eine Pause 😄.. Spaß beiseite, habt ihr euch nach euren Abenteuern auch verdient..
    Und das Rollerfahren ohne Helm schnell wieder abgewöhnen, sonst droht euch in Deutschland gleich ein Knöllchen 😄..

    Gefällt 1 Person

    1. Das brauchen wir wirklich hin und wieder. Die Zeit in Bolivien und Peru waren mit Touren und Ausflügen so vollgepackt, dass wir unseren Akku mal wieder aufladen mussten.

      Vor allem ist es komisch, die Polizei ohne Helm und bei Überholverbot zu überholen! 🙈

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