Oh, wie schön in Panama


Cinco, cuatro, tres, dos, uno … feliz año! Ein Silvester Countdown in spanisch, mal etwas anderes. Anders war es auch, das Silvesterfeuerwerk aus der Luft beim Landeanflug auf Panama-Stadt zu sehen. Eine schöne Begrüßung.

Der Start ins neue Jahr sollte dennoch etwas holprig werden. Das bestellte Shuttle holte uns nicht am Flughafen ab, das Hotelzimmer im 10. Stock stank bestialisch nach öffentlicher Bahnhofstoilette und ein Zimmerwechsel war aufgrund von Ausgebuchtheit nicht möglich. Wir hatten zwei Optionen: Umziehen in ein 20 Minuten entferntes Hotel oder auf den Reinigungsdienst warten. Da es bereits 1 Uhr war und wir die Party im hoteleigenen Club stürmen wollten, haben wir uns für Option zwei entschieden. Letztlich stellte sich der Reinigungsdienst als der Rezeptionist heraus, der schnell im Supermarkt Abwasserrohrreiniger und Raumspray kaufte. Um halb 2, mittlerweile etwas genervt, ging es endlich in den 13. Stock in einen dunklen Club. Doch nur das Licht war düster, die Musik war typisch lateinamerikanisch, die Gäste gut drauf und die Cocktails lecker, wenn auch etwas hart. Aber genau das brauchten wir nach den anfänglichen Schwierigkeiten auch. Dank harter Cocktails und Müdigkeit störte der Geruch im Zimmer dann auch nicht mehr.

Direkt nach dem Frühstück versuchten wir das Zimmer zu wechseln, was immerhin gegen halb 3 mittags dann möglich war. So war also der 1. Januar für uns ziemlich entspannt und wir nutzten das gute Internet und dann große bequeme Bett (ein Traum aller Reisenden) um so viele Filme und Serien, wie möglich zu schauen und uns über die Stadt, in der wir uns nun für ein paar Tage aufhalten sollten, zu informieren.

Panama-Stadt zählt mit ca. 1,5 Millionen Einwohnern zur wichtigsten Stadt Panamas und ist gleichzeitig deren Hauptstadt. Panama selbst hat nur ca. 3,4 Millionen Einwohner und dürfte vor allem durch den Panama-Kanal und die Tigerente und Janosch (Oh, wie schön ist Panama) bekannt sein. Es grenzt im Süden an Kolumbien, im Norden an Nicaragua und ist im Westen vom Pazifik und im Osten vom karibischen Meer umgeben. Landessprache ist Spanisch, bezahlt wird in US-Dollar oder Balboa. Wir wollten nach Panama, weil die Tigerente hier auch schon war. Bis zu unserer Ankunft hatten wir irgendwie die Janosch-Brille auf und andere Erwartungen oder könnt ihr euch an Hochhäuser in der Geschichte erinnern?

Quelle: Google Maps

Aufgrund der limitierten Zeit, die uns noch blieb, entschieden wir uns gegen eine Reise durch Panama und setzten den Fokus auf Panama-Stadt. Doch viele Sehenswürdigkeiten hat die Stadt leider nicht zu bieten. Man kann Casco Viejo, die historische Altstadt, die seit 2003 UNESCO-Weltkulturerbe ist, besuchen. Dieser gut erhaltene Stadtteil hat schöne Kolonialbauten und sogar noch alte Kirchenmauern, aus dem 16. Jahrhundert. Der damalige Gouverneur ließ 1671 die Stadt niederbrennen, um den herannahenden Piraten vorzukommen, diese Mauern haben also schon einiges durchgemacht. Ein halber Tag zum Bummeln reicht aber völlig. Alternativ kann man geführte Touren auf dem Rad oder zu Fuß buchen. Tagsüber, vor allem aber nachts sollen die angrenzenden Viertel zu den gefährlichsten Panamas gehören. 

Und dann gibt es noch den Panamakanal, dessen südlicher Eingang nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt liegt. Für 15 US-Dollar  (3 US-Dollar für Locals) kann man sich das interaktive Museum zum Bau des Kanals anschauen. Anschließend geht es auf die überfüllte Besucherterrasse zum Beobachten der Miraflores-Schleusen. Wirklich spektakulär ist es für uns Normalos nicht, bestimmt aber für technikbegeisterte Männer. 😁

Doch wie kam Panama zu seinem Kanal? 

Nach dem Erfolg des 1862 eröffneten Suezkanals in Ägypten versuchte sich Frankreich erfolglos von 1881 bis 1889 am Bau des Kanals (22.000 Todesopfer). Die USA übernahmen 1902 die Rechte, doch Großkolumbien weigerte sich. Nach typisch amerikanischer Manier besetzten US-Truppen das Gebiet und riefen den Staat Panama aus. Die USA hatten ein großes Interesse am Bau des Kanals (5.609 Todesopfer), konnten sie so die Strecke New York – San Francisco von 25.000 auf 10.000 Kilometer verringern, was einer Zeitersparnis von ca. drei Wochen entspricht.

Die 82 Kilometer lange Wasserstraßen wurde offiziell 1914 eröffnet. Ca. 15.000 Schiffe passieren den Kanal jährlich. Die durschnittliche Fahrtdauer liegt bei 15,2 Stunden (inkl. Schleusen). Erst seit dem 31. Dezember 1999 gehört der Kanal dem Land Panama, vorher war er Eigentum der Vereinigten Staaten von Amerika. 

Basisgebühren: Ein Standard-Container kostet 72 USD, ein Passagier-Bett 134 USD (zzgl. Nebengebühren). Ein Kreuzfahrtschiff mit ca. 2.000 Passagieren kostet demnach knapp 400.000 USD (inkl. aller Gebühren).

Quelle: Wikipedia

Außerdem soll Panama-Stadt für seine Shoppingcenter bekannt sein. Shoppingcenter gab es zwar viele, aber definitiv nicht nach europäischem Geschmack und Standard. Wenn Zara Daunenjacken, Handschuhe und Mützen aus der vorletzten Saison bei 33 °C Außentemperatur anbietet, stimmt etwas nicht. Unser Shoppingerlebnis blieb also bedauerlicherweise aus.

Fazit: Panama ist natürlich nicht nur Panama-Stadt, vor allem die San Blas- und Bocas del Torro-Inseln sollen paradiesisch sein. Die Inselwelt Panamas ist auf jeden Fall ein Grund eines Tages zurück zu kommen. Im Vergleich zu den anderen Ländern in Süd- und Mittelamerika ist das Preisniveau um einiges höher. Unter 50 € pro Person pro Tag dürfte es schwierig werden. Uns hat Panama-Stadt eher weniger zugesagt. Vor allem wenn man Cartagena gesehen hat, kann man Panama-Stadt ruhigen Gewissens überspringen.


3 Gedanken zu “Oh, wie schön in Panama

  1. Also das mit den Hochhäusern hätte ich noch gewusst, aber die Tigerente und Janosch war mir neu.. wieder was gelernt 😄
    Weiterhin viel Spaß und viele tolle Erlebnisse..

    Liken

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