Meerweh

Von Las Peñitas ging es mit Bus, Mini-Van und nochmal Bus nach Granada. Es ist nach der Hauptstadt Managua die zweitgrößte Stadt Nicaraguas und zählt ca. 80.000 Einwohner. Im Gegensatz zu der Hauptstadt gilt die Stadt für mittelamerikanische Verhältnisse als sicher. Kurz nach der Ankunft waren wir von den unzähligen Touristen überrascht, waren wir doch in Las Peñitas noch Abseits aller Touristenströme. Die Stadt ist hübsch, wieder sieht man Kirchen und Kolonialbauten so weit das Auge reicht. Es gibt eine Touristenstraße, auf der sich ein Lokal an das andere reiht und für die Verpflegung nach europäischem Geschmack sorgt. Die Preise sind hier nicht günstig, eine Mahlzeit kann locker acht Euro kosten.

Von Granada aus kann man wiederum viele Ausflüge machen. Die Stadt liegt an einem großen See, dem Lago Nicaragua. Es bot sich an, eine Bootstour durch die vielen kleinen Inseln des Sees zu machen. Diese Inseln gehören reichen und einflussreichen Menschen aus der ganzen Welt und verfügen meist über ein einziges Haus mit Seezugang, Boot und was noch alles zum Luxusleben dazugehört. Am Ende hielten wir noch an einem Restaurant, ebenfalls auf einer Insel. Die Tour war mit 10 USD verhältnismäßig teuer und dafür weniger interessant als wir erhofft hatten. Wir würden sie daher nicht weiterempfehlen.

Da wir ein Kombiangebot gebucht hatten, ging es am nächsten Abend auf einen aktiven Vulkan, dem Volcan Masaya. Das Besondere ist, dass man den Vulkan komplett befahren kann. Es war also keine körperliche Anstrengung nötig, um in den Krater schauen zu können. Die Tour kostete 20 US-Dollar, wobei allein der Eintritt mit 10 US-Dollar zu Buche schlägt. Kein günstiges Vergnügen, vor allem, weil man aufgrund der auftretenden Gase nur maximal 20 Minuten am Krater bleiben darf. Es war das erste Mal, dass wir auf einem Vulkan standen und flüssige Lava gesehen haben. Uns hat es definitv beeindruckt. Der Preis ist happig, wir würden es trotzdem weiterempfehlen, weil es eben so einfach zu erreichen ist. 

Ab dem Eintreffen in Granada war es dennoch schon wieder da, das Meerweh. Unsere Erfahrungen in Las Peñitas waren kaum zu toppen, aus diesem Grund gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Strand mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis in Sachen Unterkunft relativ schwierig. Wer denkt Nicaragua ist preislich ähnlich wie z.B. Thailand, der irrt. Und auch in Sachen Transport ist in Nicaragua noch Luft nach oben, denn das Land ist noch nicht gänzlich touristisch erschlossen. Wir entschieden uns für den Ort Popoyo, wieder an der Pazifikküste, nördlich der Touristenhochburg San Juan Del Sur.

How to get to Popoyo/ Guasace Beach:
Der Weg ist komplizierter, man muss auf jeden Fall mit einem ganzen Tag rechnen. Wir wurden von Granada privat bis nach Rivas mitgenommen. Die Fahrtdauer im PKW beträgt rund 60 Minuten, mit dem öffentlichen Bus sollen es ca. 2 bis 2 1/2 Stunden sein. In Rivas gibt es am Markt einen Bus Terminal, an dem nur fünf Local-Busse am Tag nach Popoyo abfahren. Wenn der Bus in seine Parklücke einparkt wird, ist das Gedränge groß. Frauen belagern die noch geschlossenen Türen, Ellenbogen werden einem in die Seiten gehauen, kleine Kinder tauchen unter einem durch, stellen sich vor einen und schnappen, wie soll es anders sein, die letzten Plätze weg. Stehend geht es dann im überfüllten Bus eine Schotterpiste entlang, sage und schreibe zwei weitere Stunden. In der Nähe von Monte Cristo wird man an einer Brücke abgesetzt, von dort aus sind es noch fünf Kilometer Fußmarsch oder man hat als Glück ein Collectivo, also einen Minibus, anzutreffen, bei dem wir für 20 Cordoba pro Person mitfahren durften bis zu einer Weggabelung. Von hier waren es immerhin noch knapp drei Kilometer zu Fuß.
Und dann sind wir das erste Mal in unserem Leben per Anhalter gefahren – auf einem Gemüse- und Obst-LKW. Schön war’s zwischen Bananen und Kokosnüssen und unser Abendessen konnten wir dann auch direkt besorgen.

Wir übernachteten sechs Nächte im Red Pepper Popoyo, einem Guesthouse, das in zweiter Reihe vor dem Strand steht, vier Zimmer hat, welche jeweils eine eigene Terrasse haben. Die Unterkunft, geführt von zwei netten Niederländern, ist noch sehr neu, verfügt über eine top ausgestattete Outdoorküche, die man aber nur benutzen muss, wenn Marc, der Besitzer, nicht selbst kocht. Uns hat er ein Curry gezaubert, ein absoluter Gaumenschmaus! Leider sah es mit den Wellen eher mau aus. Schade, denn eigentlich waren wir am Guasacate Beach, um unsere Surffähigkeiten zu verbessern. Es gibt hier nur einen Surfspot, den man fußläufig erreichen kann. Hier tummeln sich alle in Guasacate Beach gestrandeten Yogi Girls und Surfer Boys. Zu Spitzenzeiten zählten wir 40 Surfer, die um die Wette paddelten, um die Welle als erste/r zu bekommen. Wir mögen es eher gemütlich und hatten keine Lust auf einen Wettbewerb. Also planschten wir nur im Meer, gingen spazieren und lebten in den Tag hinein.

Fazit: Popoyo, Las Salinas oder besser gesagt Guasacate Beach waren den Aufwand irgendwie nicht wert. Wer nur im Meer baden will, kann auch zu einem Spot an der Küste fahren, der leichter zu erreichen ist. Wer auf der Suche nach Wellen ist, wird sicherlich woanders besser fündig. Es war schön, unser Herz hatten wir aber bereits an Las Peñitas verloren.


4 Gedanken zu “Meerweh

  1. Hello ihr beiden, alleine die Erfahrung, einem aktiven Vulkan so nah gegenüber gestanden zu sein, klingt nach Abenteuer pur!! Weiterhin viele solcher tollen Erlebnisse und ganz viele Grüße vom Skifahren aus den Dolomiten 😄..

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s