Mystische Maya

Auf der Insel Peten in Flores angekommen, machten wir uns mit all unserem Gepäck auf die Suche nach einer geeigneten Unterkunft für die geplanten zwei Nächte. Denn im Dschungel von Semuc Champey waren wir von der Außenwelt abgeschottet und hatten kein Internet, um uns im Vorfeld eine Unterkunft zu reservieren. Wir bekommen immer wieder von anderen Backpackern vorgehalten, dass Reisen mit Reservierungen nicht dem typischen Backpackergedanken nach käme und man die Schnäppchen nur vor Ort finden kann. Das mag sein, doch muss man dann auch in Kauf nehmen in einem Loch zu schlafen, wenn nichts anderes mehr frei ist oder ins Budget passt. Wir haben zwar ein kleines Schmuckstück, das Hotel Peten, gefunden, verzichten aber zukünftig gerne darauf mit all unserem Gepäck von Tür zu Tür zu laufen. Ab jetzt wird nur noch vorgebucht! Um unser Budget zu schonen, mieteten wir uns ausnahmsweise in ein 8er-Dorm (90 Quetzal die Nacht) ein. Die Dusche war heiß, die Betten riesig und mega bequem. In der ersten Nacht teilten wir das Zimmer mit zwei weiteren Backpackern, die zweite Nacht hatten wir ganz für uns alleine, ein Doppelzimmer zum Schnäppchenpreis sozusagen.

Der eigentliche Grund für unseren Aufentahlt in Flores war aber der Besuch einer der besten erhaltensten Mayastätten in ganz Zentralamerika. Die Mayaruine ist sehr besonders, da sie aufgrund der Dschungellage erst spät entdeckt wurde und die fast 50 Meter hohen Pyramiden dadurch noch sehr gut erhalten sind. Morgens um 4:30 Uhr ging es mit dem Kleinbus zum Eingang des 65 Quadratkilometer großen Gebietes. Nachdem wir schnellen Schrittes durch den Dschungel gelotst wurden, kamen wir kurz nach Sonnenaufgang an Tempel I und II an. Hier wartete der Guide auf uns, um uns aus Stein geformte Masken an den Wänden, die Bauweise der Pyramiden und das Leben der Maya in dieser Tempelanlage zu erklären. Gerade bei dem Übergang von Nacht zu Tag war die Führung spannend und irgendwie mystisch. Die Wolken wurden von der aufgehenden Sonne angetrahlt, der Dschungel erwachte um uns herum und zu unserem Glück hatten wir die Anlage fast für uns alleine. Das Vogelgezwitscher wurde immer wieder vom lauten Grunzen der Brüllaffen (hören sich an wie lautes Löwengebrüll) unterbrochen. Genial, so ein Morgen im Dschungel. Wenn man sich dann noch überlegt, dass vor über 1.000 Jahren Menschen ebenfalls an diesem Ort standen, bekommt man fast ein bisschen Gänsehaut. 

Tikal Touren

Unzählige Agenturen bieten Touren nach Tikal an. Dabei kann man zwischen verschiedenen Startzeiten wählen (3.00, 4.30, 6.00 Uhr etc.). Die Länge der Tour kann man individuell festlegen, da Shuttles zurück nach Flores zu verschiedenen Zeiten angeboten werden. Den Transfer gibt’s für 60 Quetzal. Mit einer geführten Tour zahlt man insgesamt 80 bis 90 Quetzal (inkl. Transfer). Den Eintritt von 150 Quetzal zahlt man am Eingang, bei der Sunrise-Tour um 3 Uhr morgens beträgt der Eintritt 250 Quetzal. Uns wurde von der Sunrise-Tour abgeraten, da die Chance, die Sonne tatsächlich aufgehen zu sehen, sehr gering ist. Denn Wolken oder Nebel verdecken häufig die Sonne. Wir haben unsere Tour bei Luis gebucht und waren sehr zufrieden.

Der Guide führte uns noch weitere eineinhalb Stunden über das Gelände und ließ uns an seinem Wissen teilhaben. Zwischendurch lenkten ihn immer wieder bunte Vögel ab, vor allem Tukane, die dicht an uns vorbei flogen. Samira war also permanent auf Motivjagd und Sebastian hörte sich gespannt die Mayageschichten an. 

Wir bestaunten noch ein paar Stunden die verschiedenen Pyramiden oder die Affen, die durch die Bäume tanzten und genossen, wenig von anderen Touristen gestört zu werden. Entweder waren wirklich wenig Menschen dort oder die Masse verläuft sich so gut auf dem Gelände, dass man sich ungestört umschauen kann.

Fazit: Die kleine Insel Peten hat außer Unterkünften, Bars und netten Restaurants nicht viel zu bieten. Viel mehr wird der Ort als Ausgangsbasis für einen Besuch der Mayastätte Tikal genutzt. Trotz unseres Besuchs von Machu Picchu fanden wir Tikal sehr beeindruckend und auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir würden jedem empfehlen, egal wie viele Mayastätten er auch gesehen hat, an diesen wunderbaren Ort zu kommen. Kleiner Tipp: Viel Wasser und ein paar Snacks mitbringen. Das frühe Aufstehen ohne Frühstück und das Wandern durch den Dschungel machen durstig und hungrig. 


4 Gedanken zu “Mystische Maya

  1. Sehr beeindruckendes Erlebnis – erst recht wenn man sich vor Augen führt, dass Tikal nicht nur schätzungsweise aus weit mal als 10.000 Gebäuden besteht, sondern auf dem Höhepunkt auch über 50.000 Einwohner beheimatete…

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