Des Tourismus Zweierlei

Nach fünf Nächten mussten wir dann aber doch Tulum verlassen, um mehr von Mexiko zu sehen. Auf dem Plan stand Playa del Carmen, neben Cancun die Touristenhochburg der Yucatan-Halbinsel. Es gibt mehrere Möglichkeiten in Mexiko von Ort zu Ort zu kommen. Am bequemsten ist ein eigener Mietwagen, die in Mexiko auch gar nicht so viel kosten sollen. Wir bevorzugten jedoch die Reiseart der Einheimischen, den Bus oder das Collectivo (ein Kleinbus, der in eine bestimmte Richtung fährt und alle auf dem Weg einsammelt). Also fuhren wir zum Schnäppchenpreis von knapp vier Euro mit dem Collectivo von Tulum nach Playa del Carmen.

Und wer hier etwas anderes als den Ballermann Mallorcas erwartet liegt falsch. Ein Hotelbunker reiht sich an den nächsten, dazwischen tummeln sich die Restaurants mit teuren Spaghetti oder Pizzen. Playa del Carmen ist eine Stadt mit nur 150.000 Einwohnern (1970 lebten dort lediglich 200 Menschen, zumeist Fischer), die sich das Meer und den Strand jährlich mit unfassbar vielen Touristen teilen müssen. Eigentlich so gar nicht unser Ding. Aber, wo viele Touristen, da auch viele Shoppingmöglichkeiten. Der einzige Grund für unser Kommen: Shops wie Pull&Bear, H&M, forever21 usw… – das Paradies für uns ausgehungerten Shoppingliebhaber! Nachdem wir unsere Flip Flops durchgelaufen haben, T-Shirts mit Dreckrändern nicht mehr sauber bekommen und wir schlichtweg den Inhalt des Rucksacks nach zehn Monaten einfach nicht mehr sehen konnten, taten uns eine neue Hose und ein neues Oberteil unvorstellbar gut. 😊

Viele Touristen, aber ein ganz anderes Gefühl hatten wir in der nächsten Stadt Valladolid (drei Busstunden von Playa del Carmen entfernt). Hier kommen die Pauschaltouristen nur auf einen Abstecher vorbei, Hotelbunker sucht man vergeblich, man findet süße Restaurants in den Innenhöfen wunderschöner Gebäude. 

Wir blieben hier drei Nächte, um Ausflüge zu den nahegelegenen Cenoten X’Keken und Samula zu machen (Eintritt weniger als zehn Euro). Mit dem Fahrrad lassen sich die wenigen Kilometer gut fahren, es gibt sogar so etwas wie einen Fahrradweg. Und wer früh kommt (gegen 9 Uhr) hat die Cenote vielleicht sogar für sich alleine. 

Cenote

Das ist ein Süßwassersee in einer Kalksteinhöhle unter der Erde. Die Decken mancher Cenoten sind durchgebrochen, sodass Lichtstrahlen in die mit Wasser gefüllten Höhlen fallen. Sehr interessant und gerade bei warmen Temperaturen eine willkommene Abkühlung.

Nicht mit dem Fahrrad, dafür aber bequem und einfach mit dem Collectivo oder Bus ist die Mayastätte Chichén Itzá erreichbar. Hier kommen die Touribusse aus Cancun und Playa del Carmen leider auch an, also ist auch hier wieder frühes Aufstehen angesagt, wenn man nicht tausende Selfiestangen auf seinen Fotos und vor allem im eigenen Blickfeld auf die Ruinen haben möchte. Wir fuhren mit dem angeblich frühesten Collectivo um 7:15 Uhr in Valladolid los und mussten dennoch an der Kasse anstehen. Im Vergleich zu der Masse, die sich gegen 10 Uhr auf dem Gelände befand, war das aber wirklich wenig. Und so fiel es uns gar nicht schwer, nach vier Stunden wieder den Rückweg anzutreten.

Chichén Itzá 

Eine der bedeutendsten Mayastätte Mexikos mit einer Fläche von 1547 Hektar. Vor allem die Stufenpyramide im Zentrum der Stätte ist weltbekannt. Die Blütezeit herrschte zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert. Nach Teotihuacán ist Chichén Itzá die archäologische Stätte mit den meisten Besuchern in Mexiko.

Quelle: Wikipedia 

Fazit: Um das echte Mexiko kennenzulernen muss man sich ein wenig abseits der Touristenpfade bewegen. Aber das lohnt sich. Für uns waren die Mexikaner eines der nettesten Völker, die wir kennengelernt haben. Wer auf der Yucatan Insel nur die Hotspots Playa Del Carmen und Cancun ansteuert, kann genau so gut auch nach Mallorca an den Ballermann fahren. Überfüllte Strände, überhöhte Polizeipräsenz, volle Promenaden, zahlreiche Geschäfte, die sich nur Touristen leisten können – Authentizität Fehlanzeige. Nach Playa Del Carmen kommen wir nicht wieder, nach Valladolid dafür sehr gerne.

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2 Gedanken zu “Des Tourismus Zweierlei

  1. Dann hättet ihr euer „Scheiß drauf Malle ist nur einmal im Jahr..“ nun ja schon 😉..
    Täusche ich mich oder gab es die Bilder der Cenote schon mal 🙄?!

    Liken

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