Der Weg nach Uganda

Lisa kommt wie Samira aus Florstadt. Die beiden haben zusammen geturnt, den Schulweg, die Bühne und die Tanzfläche geteilt und sind ziemlich gute Freunde. Kurz bevor es für uns auf große Reise ging, wurde Lisa ebenfalls vom Fieber gepackt. Sie kündigte Ende 2016 einen sicheren Job mit exzellenten Konditionen und marschierte im Eilverfahren durch den nebenberuflichen Bachelor, um vier Monate lang in China für eine Hochschule als Tutor zu unterrichten. Und wenn sie dann schon den Job los war, überlegte sie sich „Naja – wenn ich schon mal gekündigt habe, dann kann ich ja jetzt auch gleich noch was anderes danach machen.“. Für sie war klar, etwas Soziales soll es sein, in Indien oder Afrika. Ein Volunteering-Programm über eine Organisation kam nicht in Frage, denn, das kostet Unsummen und nimmt in vielen Fällen den Locals Arbeitsplätze weg. Es gibt eine Vielzahl an Anbietern, bei denen man mit Kindern, in örtlichen Unternehmen oder mit Tieren arbeiten kann. Aber die Strukturen zu durchschauen ist schwierig und oft zweifelte Lisa auch an dem Sinn des Hilfsprojekts. Zum Glück kam dann der Gedanke an einen Bekannten, ebenfalls aus Florstadt, der für ein halbes Jahr an einer Schule in Uganda gearbeitet hatte. Und aus dem anfänglichen „Ich frag mal, wie er an ordentliche Organisationen gekommen ist“ wurde schnell „Oh cool – deine Organisation hört sich echt klasse an“. Und so kam Lisa zur Abato Foundation in Mpigi in Uganda. Das Dorf mit 12.000 Einwohnern befindet sich ca. 35 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt.

Die Abato Foundation wurde im Jahr 2011 von Moses Kalanzi gegründet, seither wurde durch das Schul- und Bildungsprojekt über 1.000 Kindern den Zugang zu Bildung ermöglicht. Bei der Schule (Kindergarten und Grundschule) handelt es sich um eine günstige Alternative, die es auch ärmeren Menschen der Region ermöglicht, Bildung zu erlangen. Gingen die Kinder auf staatliche Schulen wäre die Schulgebühr 3mal höher. Trotzdem besteht Moses darauf einen hohen Standard an Bildung zu liefern. Alle Stunden finden auf Englisch statt – die Kinder werden schon früh gefordert und gefördert. Sie lernen beispielsweise schon im Kindergarten spielerisch lesen und schreiben. Auch außerhalb des Unterrichts ist die Abato School umgeben von Kindern, sie nutzen die Schule um dort gemeinsam zu singen und zu tanzen, oder einfach nur um zu spielen. Rund 30 Kinder leben sogar auf dem Schulgelände, da das Elternhaus zu weit weg ist oder es schlicht und einfach kein Elternhaus mehr gibt. Dafür hat Moses Schlafräume innerhalb der Schule eingerichtet. Alles in allem ist die Abato School nicht nur Bildungsstätte, sondern vor allem auch eine Comunity und eine geschützter Raum für die Kinder.

(c) Lisa Walther

 

(c) Lisa Walther

 

(c) Lisa Walther

 

(c) Lisa Walther

 

(c) Lisa Walther
(c) Lisa Walther

Lisa lebt bei Moses, seiner Frau Kirabo und dem Sohn Arthur in einem Haus unweit der Schule. Und hier gilt es die erste Hürde zu überwinden: Ein Haus in Uganda, selbst wenn der Besitzer sogar zur Mittelschicht gehört, ist nicht annähernd vergleichbar mit einem Haus in Deutschland. Ein Haus in Uganda zu besitzen ist gar nicht so ein großes Ding, berichtet Lisa, nur bestehen die meisten aus Wellblech oder haben keine Fenster. Lisa wohnt jetzt in einem Haus mit Fenster, doch Insekten und roter Staub der Lehmstraße schaffen es dennoch hinein. Fließendes Wasser gibt es nicht, stattdessen werden Wasserkanister von den Kindern auf den Köpfen in die Wohnung getragen. Strom gibt es, naja, zumindest dann wenn er nicht für Stunden oder gar Tage ausfällt. Dann hilft man sich mit Taschenlampen und Powerbanks. Alles machbar und erträglich, eine gute Erinnerung daran, dass das Leben woanders auf der Welt sehr unterschiedlich sein kann und es uns hier doch sehr gut geht. Was für Lisa aber tagtäglich wieder eine Herausforderung ist, ist das Badezimmer, ein Verschlag außerhalb des Hauses, der als Plumpsklo und gleichzeitig als Dusche dient. Diejenigen, die nun denken, das ist einem doch klar, wenn man nach Afrika geht, sei gesagt … es aus der Ferne zu betrachten ist ganz anders als es jeden Tag zu erleben. Und so wusste auch Lisa im Vorfeld, dass sie sich auf andere Lebensumstände einlässt, doch ist das tatsächliche Erleben der Umstände doch einfach etwas ganz Anderes.

(c) Lisa Walther
(c) Lisa Walther

Mit welchen Ängsten und Zweifeln Lisa nach Uganda abgereist ist, ob diese sich bewahrheitet haben und was sie bisher erlebt hat, das erzählen wir in Teil zwei von „Lisas Abenteuer – Uganda“.

(c) Lisa Walther
Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Der Weg nach Uganda

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s